06.02.2018

Wafi Dahman war auch schon Spieler und Trainer

Frankfurts Schiedsrichter hat große Freude am Fußball

Foto: privat

Wafi Abed Zaidan Dahman hat sich vor fünf Jahren dazu entschlossen Schiedsrichter zu werden, um wenigstens auf dem Fußballfeld sein zu können, wenn er schon nicht mitspielt. Ein tragischer Vorfall vor ein paar Monaten ist ihm dabei besonders in Erinnerung geblieben.

Der Fußball macht dem Frankfurter Schiedsrichter Spaß. Bereits als Spieler und Trainer stand Wafi Abed Zaidan Dahman, so sein vollständiger Name, schon auf beziehungsweise nehmen dem Platz und entschied sich vor fünf Jahren dazu, lieber das Spielgeschehen zu pfeifen. "Ich könnte selbst noch spielen, aber ich will kein Risiko eingehen. Als Schiedsrichter kann ich ja trotzdem mitspielen, ohne aktiv am Ball zu sein", erzählt der heute 39-Jährige von seiner Entscheidung, Schiedsrichter zu werden. In seiner Anfangszeit pfiff Dahman erst mal Jugendspiele sowie Partien in der B-Liga im Seniorenbereich. Mittlerweile wird der Schiedsrichter vom FFV Sportfreunde 04 bei A-Liga-Begegnungen sowie in der Kreisoberliga und bei Freundschaftsspielen eingesetzt. Der weiteste Weg führte ihn dabei bis nach Leidersbach bei Aschaffenburg (ca. 75 Kilometer Entfernung; Anm. d. Red.). Nur selten pfeift der Familienvater Begegnungen in Frankfurt und wenn, dann sind das Partien im Jugendbereich.

In seinen fünf Jahren als Unparteiischer hat Dahman schon einiges erlebt. Positiv ist ihm dabei hängen geblieben, dass Spieler zugeben, wenn sie den Ball noch berührt haben, ehe er im Aus landet, der 39-Jährige das aber nicht gesehen hatte. "In einem Spiel hatte ich auf Abstoß entschieden. Da kam der Abwehrspieler zu mir und meinte, dass er mit dem Fuß noch am Ball war. Daraufhin gab es einen Eckstoß", so Dahman, der dann noch hinzufügt: "Bei Foulspielen geben es die Spieler auch manchmal zu, aber da ist es weniger der Fall und bei Elfmetern kommt das nur selten vor. Es hängt davon ab, wie schwerwiegend und spielentscheidend die Situation ist."

Doch nicht nur positive Erlebnisse sind bei dem Schiedsrichter der "Speuzer" hängen geblieben. "Ein schrecklicher Vorfall", wie Dahman sagt, ist ihm besonders im Gedächtnis geblieben. Anfang November leitete der Familienvater das SOMA-Spiel zwischen dem SV 1894 Sachsenhausen und Türkgücü Frankfurt, nach dem Türkgücüs Ilhan Gülec einen Herzinfarkt erlitten hatte und wenig später verstarb. Dieses Geschehnis hatte Dahman betroffen gemacht, weshalb er daraufhin beschloss, auf die Beerdigung zu gehen.

Für den Frankfurter Schiedsrichter war das aber zum Glück der einzige tragische Vorfall in seiner fünfjährigen Laufbahn als Referee. Wie viele Jahre Dahman noch auf dem Platz stehen will, um Spiele zu pfeifen, darüber hat er sich noch keine Gedanken gemacht. "Über das Aufhören habe ich noch nicht nachgedacht. Solange es körperlich geht, will ich pfeifen", betont der Unparteiische und fügt an: "Ich will aber bald kürzer treten, damit ich mehr Zeit für meine Familie habe. Diese Zeit ist nämlich nicht da, wenn ich am Samstag und Sonntag als Schiedsrichter unterwegs bin."

Autor: Selina Eckstein

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