15.01.2018

torgranate-Analyse: SG Bruchköbel

"Planen für die Gruppenliga"/ Warten auf den ersten Sieg

Tobias Kühn (rechts) wird nach dem verpassten Klassenerhalt mit Großkrotzenburg in der letzten Saison wohl zum zweiten Mal in Folge aus der Verbandsliga absteigen: Foto: Steffen Turban

Die Winterpause bietet Zeit zum Reflektieren. Auch bei uns: Wir haben uns die Verbandsligisten aus dem Rhein-Main-Gebiet und Umgebung für eine kleine Analyse zur Brust genommen. Heute ist die SG Bruchköbel an der Reihe.

So lief die bisherige Runde:

Die Hinrunde beim Verbandsliga-Urgestein verlief desaströs. Nur drei Zähler konnte Bruchköbel in der ersten Saisonhälfte einfahren. Bereits nach drei Spielen musste Coach Andreas Arr-You nach dem katastrophalen Start mit einem Torverhältnis von 1:17 gehen. Nachfolger wurde der bisherige Co-Trainer Carsten Keller, dem es zwar gelungen ist, der löchrigen Abwehrreihe etwas mehr Stabilität zu verleihen, der aber ebenfalls keinen dreifachen Punktgewinn einfahren konnte. Nach der Winterpause wird Keller von Albert Repp abgelöst, der dann als dritter Verantwortlicher an der Seitenlinie stehen wird.

Vor allem an der Offensive wird Repp arbeiten müssen, Mit nur zwölf Treffern aus 18 Partien stellt Bruchköbel die mit weitem Abstand harmloseste Angriffsreihe der Liga. Den Umbruch im Sommer, als viele Leistungsträger der SGB den Rücken kehrten, hat der Verein nicht verkraftet. "Der bisherige Saisonverlauf ist ganz, ganz bitter", so der erste Vorsitzende der SGB, Oliver Gust. "Wir waren 15 Jahre die unangefochtene Nummer eins im Kreis. Jetzt wurden wir abgelöst. Da spielt auch das Verletzungspech eine Rolle", so Gust, der aber auch zugibt, "zu spät reagiert zu haben", aber mit Repp und den beiden neuen Co-Trainern Markus Hauptkorn und Dennis Rauch gut aufgestellt sieht.

So haben die Neuzugänge eingeschlagen:

Von den Neuzugängen sind laut Gust "viele hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Da sind menschlich super Typen dabei, aber auf dem Platz haben sie das nicht abgerufen." Als einzige Ausnahme nennt der Vorsitzende Cihan Aydin. "Ihn möchte ich herausheben." Die weiteren Neuzugänge Tobias Kühn, Ciro Civale, Besart Beqiraj oder Dorian Joachim Ahouandjinou konnten hingegen ihr Potenzial zu selten abrufen und "haben sich oft selber im Weg gestanden." Hinzu kommt, dass Samet Ünal beruflich oft verhindert war und Yusuf Kaan Ceribas verletzt gefehlt hat.

Auch Dominik Röhl und Jan Hertrich haben verletzungsbedingt kein Spiel für Bruchköbel absolviert und sich mittlerweile wieder ihren vorigen Vereinen Germania Großkrotzenburg, bzw. Sportfreunde Seligenstadt angeschlossen.

In Erinnerung bleibt:

Für Gust ist klar, dass "die Punktausbeute in keinem Verhältnis zu den Leistungen steht. Es waren viele Spiele dabei, in denen wir einen Punkt oder mehr verdient gehabt hätten. Da kommt dann auch Pech dazu. Bei uns wurde jeder Fehler gnadenlos bestraft." Im Gegenzug hätten die Bruchköbeler durchaus auch oftmals die Chancen gehabt, etwas zählbares einzufahren, diese aber nicht genutzt.

Ausblick:

Nach vielen Jahren in der Verbandsliga Süd wird sich der Verein im Sommer eine Liga tiefer wiederfinden. Da macht sich auch Gust nichts vor. "Wir planen ganz klar für die Gruppenliga." Doch trotz der bislang sehr enttäuschenden Runde macht der erste Vorsitzende auch deutlich, dass "wir mit allen Mitteln vermeiden wollen, durchgereicht zu werden. Und das werden wir auch schaffen. Wir werden eine schlagfertige Truppe haben." Das sieht man laut Gust auch daran, "das uns in der Winterpause nur ein Spieler verlassen hat. Wir planen schon für die neue Runde und wollen noch ein paar Pünktchen holen."

Autor: Daniel Bolz

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