15.05.2018

Neu-Isenburger Finale noch ohne Termin

Kreispokal Offenbach: Halbfinale findet nicht statt

Die Spvgg. 03 Neu-Isenburg (blaue Trikots) steht im Offenbacher Kreispokal-Finale gegen den SV Pars. Ein Termin steht aber noch nicht fest. Foto: Mithat Gürser

Der Offenbacher Kreispokal verkommt in dieser Saison zur Farce. Die beiden für Mittwoch angesetzten Halbfinalspiele finden nicht statt, weil jeweils ein beteiligter Verein seinen Verzicht geäußert hat und dementsprechend nicht antreten wird. So zieht Kreisoberligist SV Pars Neu-Isenburg kampflos in das Finale ein, weil Ligakonkurrent SG Nieder-Roden nicht antritt. Ebenso wenig tritt Hessenliga-Meister SC Hessen Dreieich an und lässt damit Noch-Ligakonkurrent Spvgg. 03 Neu-Isenburg den Vortritt.

Der SV Pars Neu-Isenburg liefert sich derzeit in der Kreisoberliga Offenbach mit der SG Nieder-Roden und der TSG Neu-Isenburg einen Dreikampf um zwei aufstiegsrelevante Plätze. Der SGN, die Stand jetzt in die Aufstiegsrunde zur Gruppenliga müsste, ist die Meisterschaft offenbar wichtiger und von daher ist der Kreispokal für die Rodgauer nur sekundär. Da Spitzenreiter SV Pars anders denkt und angetreten wäre, zieht die Elf von Trainer Sasan Tabibzadeh in das Endspiel ein. Erst am 2. Mai hatten sich beide Teams in Zeppelinheim in der Kreisoberliga gegenüber gestanden. Der SV Pars siegte klar mit 3:0. Auf eine Neuauflage verzichtet Nieder-Roden auch, weil es bei besagtem Spiel wohl nicht immer sportlich zugegangen sein soll.

Aber auch so ein renommierter Verein wie Hessenliga-Meister SC Hessen Dreieich verzichtet im Halbfinale auf den Kreispokal. Als Regionalliga-Aufsteiger ist die Bommer-Truppe ohnehin für den Hessen-Pokal qualifiziert und benötigt dafür nicht mehr zwingend den Kreispokal-Sieg. Außerdem begründete Cheftrainer Rudi Bommer die Entscheidung schon vor dem Gewinn der Meisterschaft damit, dass sein Team derzeit viele angeschlagene Spieler habe und sich im luftleeren Raum befinde. Aber auch nach dem Titelgewinn dürfe man die Meisterschaft nicht schleifen lassen, weil für einige Mannschaften noch viel auf dem Spiel stehe. Außerdem spielt wohl auch der Spielort Offenthal eine Rolle.

Die dortige Susgo stellt dem SC Hessen sein Sportgelände wegen der Bauarbeiten im Hahn-Air-Sportpark für zwei Hessenliga-Spiele zur Verfügung. Bei einer Austragung der Pokalpartie um 18.30 Uhr hätte der komplette Trainingsbetrieb der Susgo ausfallen müssen. Die beiden Absagen im Halbfinale sind jedoch nicht die ersten im Offenbacher Kreispokal-Wettbewerb. Bereits im Viertelfinale war Dreieich kampflos weitergekommen, weil die Sportfreunde Seligenstadt das Spiel kurzfristig absagten. "Wir hatten viele Verletzte und der Klassenerhalt in der Gruppenliga hat für uns Priorität", begründete Seligenstadts Abteilungsleiter Sven Kittler die Entscheidung und verzichtete auch auf die Zuschauereinnahmen gegen den prominenten Gegner.

Auch im Achtelfinale gab es zwei Absetzungen: Kickers Obertshausen gegen die Spvgg. 03 Neu-Isenburg wurde zweimal witterungsbedingt abgesagt. Bei der dritten Ansetzung sagten die Kickers die Partie ab. Auch hier mit dem Argument, dass der Abstiegskampf in der Gruppenliga Ost Vorrang habe. Die Partie SC 07 Bürgel gegen den FC Offenthal wurde beim ersten Versuch auf dem Hartplatz der Bürgeler durch den Schiedsrichter nicht angepfiffen und einige Wochen später auf neutralem Platz neu angesetzt. Zur Austragung kam es aber nicht, da der B-Ligist letztlich nicht antrat. So ziehen sich die Nichtantritte auch durch das ganze Pokaljahr: Vier Absetzungen in Runde drei, sechs Nichtantritte in Runde zwei, drei Absetzungen in Runde eins.

Insgesamt also 18 Pokalpaarungen im gesamten Wettbewerb, an denen ein Team jeweils ohne zu spielen eine Runde weiter kam. Und für das Neu-Isenburger Derby im Finale steht auch noch kein Termin fest. Laut Andre Spindler aus der Sportlichen Leitung der 03er hat der SV Pars einer Austragung im Sportparkstadion zugestimmt. Bis spätestens 30. Juni muss das Finale ausgetragen worden sein, da Kreisfußballwart Jörg Wagner dem Hessischen Fußball-Verband bis dahin den Sieger melden muss. Der SV Pars hat dem Termin Dienstag, 29. Mai zugestimmt. Nur wenn der Emporkömmling Vizemeister werden würde und dann die Aufstiegsrunde zur Gruppenliga spielen müsste, wäre das wiederum terminlich nicht hinzubekommen. 03-Trainer Peter Hoffmann kritisierte unlängst auch die späte Terminierung der letzten drei Runden: "In Frankfurt wurde am 24. April das Finale gespielt. Da hatten wir noch das Viertelfinale vor uns."

Autor: Pedro Acebes

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