12.03.2018

Lukas Knell: "Hessenliga würde ich sehr gerne mitnehmen"

Verbandsliga Süd: 24-jähriger Bad Vilbeler im Gespräch

Lukas Knell (vorne) ist voll fokussiert. Foto: Steffen Turban

Am vergangenen Freitag durfte nun auch endlich der Süd-Verbandsligist FV Bad Vilbel ran. Gegen den 1. Hanauer FC landete der Tabellenzweite aus dem Stand einen 5:0-Kantersieg. Lukas Knell traf dabei einmal und erhöhte sein Torschützenkonto auf 16.

So wie alle anderen Bad Vilbeler brannte auch Lukas Knell auf den heiß ersehnten Start in die Punktrunde 2018. Schließlich fielen zuvor schon zwei Spiele den miesen Wetterkapriolen zum Opfer, nicht aber das auf dem Riesen-Rasenplatz der Brunnenstädter am vergangenen Freitag gegen den 1. Hanauer FC: "Am Samstag hab ich ganz schön schwere Beine gehabt. Auf Rasen hatten wir nur einmal trainiert. Das war schon eine Umstellung. Aber das frühe Tor hat uns gut getan", sagt Knell, der mit dem 4:0-Treffer sein Torschützenkoto auf jetzt 16 hochschraubte.

Es ist garnicht so selbstverständlich, dass den 24-Jährigen, der sich als FV-Top-Torjäger im Frankfurter Raum einen Namen gemacht hat, immer wieder die gegnerischen Fußball-Abwehrketten auf dem Schirm haben müssen: "Als ich zwölf war, habe ich drei Jahre Fußballpause gemacht. Da habe ich bei den Frankfurter Young Lions Eishockey gespielt. Angesteckt hat mich mein Vater, der Eishockey bei Eintracht Frankfurt gespielt hat."

In Nieder-Erlenbach aufgewachsen, hatte Knell auch dort angefangen, Fußball zu spielen. Während seines Eishockey-Intermezzos spielte er parallel beim FC Hessen Massenheim und hatte dort sein erstes Erlebnis mit den Vilbelern, als ein Jugendspiel mit 1:24 in die Hose ging. Deutlich besser lief es für den Stürmer, als er zu den Wetterauern ab der B-Jugend wechselte: "In meinem ersten A-Jugendjahr habe ich die letzten sieben Spiele bei den Senioren mitgemacht. Daniel Krieg und Marcus Dippel waren damals die Trainer. Als feststand, dass Amir Mustafic ein Jahr später Trainer werden würde, habe ich in meinem zweiten A-Jugendjahr nach Absprache mit ihm komplett in der ersten Mannschaft gespielt."

Erst einen Schritt zurück - dann zwei vorwärts

Knell spielt seit genau einem Jahr wieder für Bad Vilbel. Davor hatte er beim Wiesbadener Gruppenligisten VFB Unterliederbach eineinhalb Jahre seine Visitenkarte abgegeben: "Es war kein Wechsel im Bösen. Ich wollte einfach was anderes ausprobieren. Ein Schritt zurück kann dann zwei Schritte nach vorn bedeuten. So war das auch bei mir. Vielleicht hat mir damals noch das Selbstvertrauen gefehlt. Das habe ich mir in Unterliederbach geholt. Das ist auch der Grund dafür, warum es bei mir jetzt viel besser läuft. Wenn Du viel Zutrauen hast, dann wird das auch belohnt", nennt der Student der Sportwissenschaften den Hauptgrund für seine Leistungsexplosion.

Im Aufstiegsrennen kristallisiert sich mehr und mehr ein Zweikampf zwischen dem FV Bad Vilbel und Türk Gücü Friedberg heraus, wobei die Mustafic-Elf noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand hat. Ginge es nach Knell, würden rechtzeitig Nägel mit Köpfen gemacht: "Vor dem letzten Spieltag gegen Türk Gücü Friedberg wollen wir es entschieden haben. Aber die haben eine sehr starke Mannschaft, mit viel Qualität gerade in der Offensive. Wie wir besitzen sie auch einen breiten Kader, den Du brauchst, um keinen Qualitätsverlust zu haben, wenn andere spielen. Anders kannst Du nicht erfolgreich sein. Bei uns zum Beispiel kann momentan Jonas Grüter nicht spielen. Da werden andere reingeschmissen und machen einen super Job. Genauso ist das in der Offensive."

Mit Bad Vilbel hat sich Knell auf den Verein festgelegt, wo er mittelfristig Fußball spielen möchte: "Wir haben eine gute Teamchemie, jeder akzeptiert jeden. Einfach eine super Mannschaft. Amir gibt jedem eine Chance. Natürlich wollen wir aufsteigen. Aber wie eng die Liga ist, haben wir gegen Nidda gesehen. Das Punkspiel haben wir 6:0 gewonnen, das Pokalspiel 0:1 verloren. In beiden Spielen sind identische Kader aufgelaufen. Das zeigt, wie schnell Du auf die Schnauze fallen kannst, wenn Du nicht immer 100 Prozent gibst. Unser klares Ziel ist der Aufstieg, aber es ist noch ein weiter Weg bis dahin. Die Hessenliga würde ich sehr gerne mitnehmen, und die Herausforderung mit Bad Vilbel sehr gerne annehmen. Aber es sind noch 13 Spiele."

Autor: Christoph Wess

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