11.03.2018

Griesheim Tariks Verspieltheit nimmt nicht ab

Kreisoberliga Frankfurt: Fechenheim siegt 2:1 bei Kalbach II

Drei Tore für Tabellenführer Griesheim Tarik: Mostafa El Aadmi. Foto: Jörg Schulz

Bei frühlingshaften 18 Grad haben die Anhänger der Kreisoberliga Frankfurt am Sonntag insgesamt 42 Tore serviert bekommen. An der Spitze wird es bis Saisonende nun endgültig zum Zweikampf zwischen dem SV Griesheim Tarik und der Spvgg. 03 Fechenheim kommen. Nach dem Fechenheimer 2:1-Sieg beim Rangdritten FC Kalbach II haben beide Aufstiegsanwärter mittlerweile zehn Punkte Vorsprung auf die Kalbacher Reserve. Im Tabellenkeller drohen aufgrund der misslichen Lage der Frankfurter West-Gruppenliga-Vertreter momentan fünf Direktabsteiger.

FC Kalbach II - Spvgg. 03 Fechenheim 1:2 (0:2)

Aufgrund von vier personellen Änderungen gegenüber der Vorwoche konnte die Kalbacher Reserve nicht an den 3:2-Sieg bei Griesheim Tarik anknüpfen und unterlag dem Tabellenzweiten Fechenheim mit 1:2. "Eine Niederlage gegen eine Spitzenmannschaft ist keine Schande. Wir haben die zweite Hälfte dominiert und waren nah am 2:2. Kein Vorwurf an die Mannschaft, denn wir haben Fechenheim Paroli geboten und machen mit etwas Glück noch den Ausgleich", resümierte FCK-Trainer Karol Drynda. Kamil Yikilmaz hatte die 03er mit einer Einzelaktion in Führung gebracht, die Fechenheims Kapitän Tamim Jusofie nach einem Freistoß von Tolga Tuygar durch einen Abstauber auf 2:0 ausbaute. Im zweiten Abschnitt verkürzten die Nordfrankfurter in Gestalt von Alexander Rossbach aus dem Gewühl heraus zum 1:2-Endstand. Eine etwas andere Einschätzung zum Spielverlauf am Hopfenbrunnen hatte Fechenheims Sportdirektor Asghar Ali-Jaali parat: "Das war ein hartumkämpftes Spiel mit einem gerechten Sieg für uns. Kalbach ist nur durch Härte aufgefallen. Wir waren 60 Minuten besser und haben das 3:0 versäumt. Der Sieg war unter dem Strich nie gefährdet." Durch einen Heimsieg im Nachholspiel gegen die SG Westend kann Fechenheim am Dienstag (19.45 Uhr) die alleinige Tabellenführung übernehmen.

Schiedsrichter: Burhan Denizli (Offenbach).
Zuschauer: 80.
Tore: 0:1 Kamil Yikilmaz (31.), 0:2 Tamim Jusofie (44.), 1:2 Alexander Rossbach (70.).
Gelb-Rote Karte: Joel Remhof (Fechenheim, 90.+2).

SV Griesheim Tarik - 1. FC 02 Rödelheim 5:2 (2:0)

Zunächst war fälschlicherweise ein 8:0-Sieg der Griesheimer gemeldet worden, doch da war eher der Wunsch der Vater des Gedankens. Obwohl die Partie laut Tariks Trainer Jorge Huberman durchaus auch mit diesem Resultat hätte ausgehen können, "wenn wir nicht schon wieder ein Festival an ausgelassenen Torchancen gesehen und uneigennütziger agiert hätten. Unsere Verspieltheit in der Offensive nimmt nicht ab und bessere Mannschaften als Rödelheim bestrafen das. Im Gefühl des sicheren Sieges haben wir nicht konsequent weitergearbeitet. Da gibt es nichts schön zu reden. Es war ein Arbeitssieg", beschrieb Huberman seine Gefühlslage. Kurios: Die sieben Tore der Partie verteilten sich auf nur drei Spieler. Mostafa El Aadmi markierte die ersten drei Treffer für die Marokkaner. Dann zeigte der Rödelheimer Guxim Shala Shabani seine Freistoßkünste und verkürzte jeweils auf 3:2. Für den noch standesgemäßen Heimsieg des SVG Tarik sorgte dann Ahmet Keser mit seinem Doppelpack zum 5:2-Endstand. "Nach dem 3:2 hatten wir Hoffnung, aber wir haben uns katastrophale Abwehrfehler erlaubt. Tariks schnelle Stürmer haben das gnadenlos ausgenutzt. Mit solchen Fehlern kannst Du keinen Punkt entführen", fasste Rödelheims Pressesprecher Volker Flauaus zusammen. Bei Tarik verdienten sich die Defensivmänner Ismail El Fakiri und Amin Naghala die Bestnoten.

Schiedsrichter: Yannic Lenssen (Darmstadt).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0, 2:0 und 3:0 Mostafa El Aadmi (22., 44., 54.), 3:1 und 3:2 Guxim Shala Shabani (59., 74.), 4:2 und 5:2 Ahmet Keser (81., 90.).

FC Posavina - BSC SW 19 4:1 (2:0)

Mit dem Heimsieg gegen den direkten Mitkonkurrenten BSC SW 19 atmet der FC Posavina im Abstiegskampf erstmal auf. "Wir haben uns heute stark präsentiert und sind hellwach und entschlossen aufgetreten. Das frühe 2:0 führte zu Euphorie und Selbstvertrauen. Fast alles ist gut gelaufen. Ich hatte nie das Gefühl, dass wir dieses Spiel aus der Hand geben. Nach diesem Pflichtsieg müssen wir nun eine Serie hinlegen", freute sich Posavinas Schatzmeister Pero Bosnjak, der die Leistung von Tormann Nikola Vincetic hervorhob: "Er hat die Großchancen des BSC vereitelt." Patrik Udovicic und Miroslav Baotic per Freistoß aus 24 Metern brachten die Kroaten auf die Siegerstraße. Danijel Koturic erhöhte nach einer Stunde, ehe Kellerkind BSC durch Marcel Brand zum Anschlusstreffer kam. Franjo Orsolic setzte den Schlusspunkt zum 4:1-Sieg in der Schlussminute.

Schiedsrichter: Thomas Vogel (Großen-Linden).
Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Patrik Udovicic (3.), 2:0 Miroslav Baotic (6.), 3:0 Danijel Koturic (60.), 3:1 Marcel Brand (68.), 4:1 Franjo Orsolic (90.).

TuS Makkabi - TSG Niederrad 1:2 (0:1)

Siehe Sonderbericht mit Bildergalerie!

SG Westend - SV Blau-Gelb 4:2 (2:2)

Beide Vereinsvertreter waren auf die Leistung von Schiedsrichter Önder Colak aus Limburg nicht gut zu sprechen. Während Westends Trainer Thomas Horn von einem "unglücklichem Auftritt" sprach, wurde Gästetrainer Sven Janssen in dieser Beziehung deutlicher: "Die ersten beiden Westend-Tore waren Abseits, ein Spieler der Hausherren hätte vom Platz fliegen müssen. Die getroffenen Entscheidungen fielen leider extrem gegen uns aus." Neuzugang Nikola Tomasek war der Mann des Tages auf dem Hartplatz an der Sondershausenstraße. Der Kroate markierte drei der vier Tore für die SG. Nach der Führung Tomaseks glich Blau-Gelbs Amin Asli per Handelfmeter aus, bevor Tomasek erneut für die Hausherren zur Stelle war. Noch vor dem Halbzeitpfiff egalisierte Deniz Dogan zum 2:2. Alen Tahirovic und wiederum Tomasek in der Nachspielzeit machten den ersten Sieg 2018 für Westend und gleichzeitig die erste Niederlage Blau-Gelbs im laufenden Kalenderjahr perfekt. "Wir hatten mit 10:5 ein deutliches Chancenplus und deswegen einen hochverdienten Sieg eingefahren", meinte Horn. Sein Gegenüber Janssen gab trotz aller Schiedsrichter-Schelte zu: "Das war kein gutes Spiel von uns. Es war ein gebrauchter Tag."

Schiedsrichter: Önder Colak (Limburg).
Zuschauer: 60.
Tore: 1:0 Nikola Tomasek (9.), 1:1 Amin Asli (29., Handelfmeter), 2:1 Nikola Tomasek (38.), 2:2 Deniz Dogan (43.), 3:2 Alen Tahirovic (63.), 4:2 Nikola Tomasek (90.+2).

FC Tempo - SC Weiss-Blau 4:2 (2:1)

Das 1:0 durch Bosko Sladojevic sorgte für Diskussionen am Spielfeldrand und für eine Rudelbildung auf dem Feld. Während Weiss-Blau-Trainer Antonio Brenes monierte, die Serben hätten trotz eines am Boden liegenden Gästeakteurs das Tor erzielt, berichtete Tempos Pressesprecher Zoran Marcetic von Provokationen eines Weiss-Blau-Spielers bei der Ausführung von Einwürfen. Weiss-Blau glich nach einer halben Stunde durch Naser Al Abdullah aus, bot aber erneut eine schwache Auswärtsleistung. "Heute bin ich restlos bedient, denn ich hatte nie das Gefühl, dass wir uns gegen die Niederlage aufbäumen könnten. Unser Auswärtsauftreten bleibt weiterhin katastrophal. Das war zu viel Leerlauf, so eine Leistung können wir nicht abliefern. Unser Tormann hat uns mit seinen Paraden vor einer höheren Niederlage bewahrt. Das war einfach desolat", war Brenes angefressen. Denn obwohl sein Neffe David die erneute Führung der Serben durch Marko Jaksics Kopfball im zweiten Abschnitt egalisierte, verdiente sich Tempo den Sieg am Ende durch die Tore von Spielertrainer Borislav Pilipovic und Goran Grijak. "Wir waren zu Beginn die spielbestimmende Mannschaft und haben eine höhere Führung verpasst. Aufgrund von Nervosität haben wir das Zepter aus der Hand gegeben. Das 2:2 hat uns aufgeweckt. Am Ende geht der Sieg mit zwei Toren Unterschied in Ordnung", meinte Tempos Zlatan Perosevic zum Spielverlauf.

Schiedsrichter: Rüdiger Ungeheuer (Schmitten).
Zuschauer: 120.
Tore: 1:0 Bosko Sladojevic (14.), 1:1 Naser Al Abdullah (31.), 2:1 Marko Jaksic (41.), 2:2 David Brenes (54.), 3:2 Borislav Pilipovic (78.), 4:2 Goran Grijak (90.).

Germania Enkheim - TSG 51 5:3 (2:1)

"Nach zehn Minuten müssen wir 3:0 führen. Das war brutal, wie viele Chancen wir haben liegen lassen. Wir haben es unnötig spannend gemacht und müssen die Chancen besser nutzen", resümierte Enkheims Trainer Tihomir Tomic den Heimsieg gegen den Tabellenletzten, der bei möglichen fünf Direktabsteigern wohl schon für die A-Klasse planen kann. Die frühe Enkheimer Führung durch Johannes Schmidt hatte Jakob Hubloher mit einem Winkelschuss auf Zuspiel von Pascal Hubbuch ausgeglichen. Enkheims Routinier De Freitas Helder Ferreira brachte den Gruppenliga-Absteiger nach vorne und erhöhte durch einen umstrittenen Foulelfmeter nach der Pause auf 3:1. "Ich rede ungern über den Schiedsrichter, aber er hat heute leider auch seinen Teil dazu beigetragen. Enkheim bekommt einen Elfer, den man nicht pfeifen muss und dann pfeift er bei der genau gleichen Situation keinen Elfer für uns. Er gibt uns eine Gelb-Rote Karte, die man nicht geben muss", zählte Patrick Dorrmann, der Spielertrainer der TSG 51, auf. Trotz des Platzverweises gegen Moritz Fischer kamen die 51er durch Benedikt Burgers direkten Freistoß und Pascal Hubbuchs Kopfball auf Flanke von Burger auf 3:2 und 4:3 heran. Zwischenzeitlich hatte Kevin Naumann vermeintlich für klare Verhältnisse im Riedstadion gesorgt. Erst nach dem 5:3 von Andreas Martinovic konnten sich die Enkheimer zurücklehnen. "Wir schaffen es nicht zu punkten. Der Schiedsrichter alleine war nicht Schuld", relativierte Dorrmann.

Schiedsrichter: Peter Hannemann (Büttelborn).
Zuschauer: 80.
Tore: 1:0 Johannes Schmidt (5.), 1:1 Jakob Hubloher (10.), 2:1 und 3:1 De Freitas Helder Ferreira (27., 49., Foulelfmeter), 3:2 Benedikt Burger (61.), 4:2 Kevin Naumann (65.), 4:3 Pascal Hubbuch (67.), 5:3 Andreas Martinovic (80.).
Gelb-Rote Karte: Moritz Fischer (TSG 51, 52.).

Concordia Eschersheim - SV Viktoria Preußen 1:0 (1:0)

Anhaltende Personalprobleme zwangen Concordias Trainer Roland Stipp dazu, mit Alexander Güldenring aus der B-Liga-Reserve und Louis Bernhardt aus der A-Jugend zwei Kreisoberliga-Debütanten für die Startelf zu nominieren. Ansonsten hatte der Coach nur 14 Spieler zur Verfügung, zwei von ihnen hatten schon eine Halbzeit aus dem Vorspiel auf dem Buckel. Güldenring erzielte in der 38. Minute auf Zuspiel von Benjamin Tesar auch den einzigen Treffer des milden Nachmittages am Rosegger. "Die Reaktion nach dem BSC-Spiel war mir wichtig. Alle haben ihr letztes Hemd für diesen Sieg gegeben. Beide Teams hatten einen guten Spielaufbau, dementsprechend musste viel gelaufen werden", berichtete Eschersheims Trainer. Die Gäste von der nahen Hügelstraße bleiben nach der dritten Niederlage in 2018 weiter punktlos. Die Tormöglichkeiten von Daniel Rother, Stefano Amore und Tim Stahl machte der formidable Concordia-Schlussmann Benjamin Kress zunichte, der den Eschersheimern den Heimsieg garantierte. Trotz der Niederlage war Preußen-Trainer Ramzi Kallel aber nicht böse auf sein Team: "Bereitschaft und Leidenschaft waren da. Die bessere Mannschaft hat verloren. Wir wollten anders auftreten und uns anders präsentieren. Auch die Körpersprache und der Einsatz waren ok. Wir sind am überragenden Kress gescheitert. Das Tor für Eschersheim fiel wie aus dem Nichts. Am Ende haben wir die Viererkette aufgelöst, aber wir hatten nur Pech."

Schiedsrichter: Andreas Bertram (Kiedrich).
Zuschauer: 120.
Tor: 1:0 Alexander Güldenring (38.).

Autor: Pedro Acebes

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema