22.04.2018

Finks Hacke leitet 93-Sieg ein

Verbandsliga Süd: Nidda fühlt sich benachteiligt

Die beiden Kapitäne Kahraman Damar (links) und Jannik Jung konnten sich in einem intensiven Spiel in die Torjägerliste eintragen. Foto: Steffen Turban

Nachdem die beiden Aufsteiger der Verbandsliga Süd schon beim 5:5 im Hinspiel ein echtes Feuerwerk abgebrannt hatten, hielt auch das Rückspiel in Nidda, was es versprochen hatte. Am Ende konnte sich Hanau 93 mit 4:2 (1:2) durchsetzen, profitierte dabei aber auch von zwei fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen.

Viktoria Nidda - Hanau 93 2:4 (2:1)

"Wer mich kennt, der weiß, dass ich normalerweise nichts gegen die Schiedsrichter sage, aber die engen Entscheidungen gingen heute alle gegen uns. Dazu kommen die zwei spielentscheidenden Fehler. Das war ein klarer Elfmeter zum 3:3 und eine klare Rote Karte. Ich finde es traurig, wenn der Schiedsrichter nach dem Spiel nicht mal zugeben kann, dass es strittige Situationen waren und dich von oben herab behandelt", findet Niddas Trainer klare Worte zur Leistung von Schiedsrichter Jeffrey Euchler.

Die beiden Situationen die Weber so in Rage brachten: Beim Stand von 3:2 für Hanau ging Noah Michel im Strafraum zu Boden, doch der fällige Pfiff blieb aus (76.). Auch Hanaus Trainer Christoph Prümm hatte da einen "klaren Elfmeter" gesehen. Sechs Minuten später dann der nächste Aufreger. Kevin Kuhl hatte von Daniyel Cimen den Ball stibitzt. "Dann wird er klar umgerissen. Das ist Rot", so Weber.

Zuvor zeigten beide Mannschaften mit erfrischendem Offensivfussball, warum sie auch in der Verbandsliga in den vorderen Tabellenregionen zu finden sind. Nach einer kurzen Abtastphase hatte Michael Fink nach einer Ecke die erste gute Gelegenheit des Spiels (18.). Nur drei Minuten später klingelte es aber auf der anderen Seite. Die 93er spielten auf Abseits und Noah Michel war frei durch. Kurz vor Jens Westenberger legte er quer für Jannik Jung, der nur noch einschieben musste.

Doch die Gäste zeigten sich nicht geschockt und fanden nach Vorarbeit von Kahraman Damar zurück ins Spiel. Ilker Bicakci traf aus zwölf Metern direkt neben den Pfosten zum Ausgleich. Nachdem beide Teams durch Michel (34.), der stark von Fink vom Ball getrennt wurden und Gischewski (37.), dessen Kopfball von Christoph Pilch noch auf der Linie über die Latte gelenkt wurde, jeweils eine gute Chance vergaben, stellte Michel nach überragendem Zuspiel von Sven Diedrich den Pausenstand her.

Hanau festigt Platz drei

Nach der ausgeglichenen ersten Hälfte übernahmen die Gäste dann mehr und mehr das Kommando. Zunächst scheiterte Damar kurz nach Wiederbeginn noch an Tim Kuhl, ehe Cimen von Unstimmigkeiten in der Niddaer Hintermannschaft profitierte und aus vier Metern zum 2:2 einschieben konnte. Auch in der Folge hatten die Gäste mehr vom Spiel und gingen 20 Minuten vor dem Ende durch Fink, der eine Ecke von Kahraman Damar am kurzen Pfosten mit der Hacke ins Tor lenkte, erstmals in Führung.

Nidda warf dann noch einmal alles nach vorne und hatte neben dem nicht gegeben Elfmeter durch einen Schuss von Michel, den Jens Westenberger aber entschärfen konnte, noch die Chance zum Ausgleich (89.). Mit der letzten Aktion des Spiels markierte Damar, der einen Befreiungsschlag unnachahmlich herunternahm, Kuhl umspielte und ins leere Tor einschob, den Endstand.

"Ich muss meiner Mannschaft heute ein Riesenkompliment machen. Wir haben das System umgestellt und das hat bis auf die beiden Szenen vor den Gegentoren, in denen Nidda das dann aber auch gut macht, gefruchtet. Die Spiele gegen Nidda machen immer Spass. Das ist eine tolle Mannschaft, die guten Fußball spielt. Aber wir haben gut dagegengehalten", freute sich Prümm über die drei Punkte, mit denen Hanau den dritten Platz zunächst gefestigt hat. "Den wollen wir auch behalten und uns für die tolle Saison belohnen." Weber war mit dem Auftritt seiner Mannschaft gerade in der ersten Hälfte zufrieden. "Da haben wir es gut gemacht. In der zweiten Halbzeit hat uns die Tiefe gefehlt. Es haben dann auch die Kräfte nachgelassen."

Die Statistik:

Viktoria Nidda: T. Kuhl - Filges, Pilch, Biber, Diedrich - Jo. Jung (85. Rauch), Schwalm - Sommer (78. Heck), Lüdke, Ja. Jung (78. K. Kuhl) - Michel. - Trainer: Carsten Weber.
Hanau 93: Westenberger - Prümm, Cimen, Fink - Di Natale (46. Gogol), Bicakci, Ünal (90. Bothor), Rafaat, Sekeric - Damar, Gischewski. - Trainer: Christoph Prümm.

Schiedsrichter: Jeffrey Euchler (Schlüchtern).
Zuschauer: 300.
Tore: 1:0 Jannik Jung (21.), 1:1 Ilker Bicakci (28.), 2:1 Noah Michel (40)., 2:2 Daniyel Cimen (54.), 2:3 Michael Fink (70.), 2:4 Kahraman Damar (90.+5).

Autor: Daniel Bolz

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