24.03.2018

Dreieich in Steinbach kompromisslos

Hessenliga: Ungefährdeter Sieg beim Schlusslicht

Dreieichs Neuzugang Nikola Mladenovic erzielte sein erstes Saisontor. Foto: Patrick Scheiber

David gegen Goliath in der Hessenliga: Beim ungefährdeten 3:1 (3:0)-Auswärtssieg von Hessenliga-Spitzenreiter SC Hessen Dreieich beim Tabellenschlusslicht SV Steinbach ließ die Bommer-Elf nichts anbrennen.

SV Steinbach - SC Hessen Dreieich 1:3 (0:3)

Schon zur Pause wollte der ein oder andere Steinbacher Verantwortungsträger Schiedsrichter-Assistent Karsten Pfeiffer am liebsten "direkt mit in Dreieichs Kabine" schicken". Warum? Weil Pfeiffer gleich zweimal entscheidend die Fahne gehoben hatte. Zunächst zeigte er einen frühen Handelfmeter – Steffen Trabert verteidigte unerlaubt nach Niko Oppers Flanke – an, den Zubayr Amiri links im Eck verwandelte (2.).

Und zum Ende hin gab er Denis Talijans Kopfballtreffer nach Nikola Mladenovics Ecke, als Sasa Dimitrijevics Rettungsversuch laut Pfeiffer erst hinter der Torlinie zustandegekommen sei (43.). Zu beiden Situationen hatte Pfeiffer die beste Sicht, die Proteste auf dem Feld hielten sich im Gegensatz zu den von außen auch in Grenzen. Zwischenzeitlich hatte Mladenovic mit viel Auge und Präzesion aus 20 Metern das 0:2 erzielt (37.).

Doch die beiden Entscheidungen Pfeiffers waren – selbst wenn sie beide falsch gewesen seien – nie und nimmer spielentscheidend. Das Chancenverhältnis sprach eine deutliche Sprache. Zwar hatte der SVS in Durchgang eins eine richtig gute Phase, bestimmte kurz sogar das Geschehen, doch richtig gefährlich wurde es nur einmal und da behielt Neuzugang André Herr im Eins-Eins mit Keeper Pierre Kleinheider nicht die Ruhe (33.). Dreieich hatte hingegen allein in den drei Minuten vor Herrs Möglichkeit drei dicke Chancen.

Bommer zwischenzeitlich zum Scherzen aufgelegt

Doch was vor wie nach der Pause deutlich im seifigen Mühlengrund zu sehen war: Die Moral des SVS ist absolut intakt, das Team keifte sich nie an, zog vielmehr immer an einem Strang und ließ sogar noch einmal so etwas wie Hoffnung aufkeimen, nämlich als Marcel Ludwigs scharfe Hereingabe durch Petr Kvaca ins lange Eck verlängert wurde (64.). Kvaca selbst traf kurz vor Schluss auch noch mal den Pfosten, für stets gefährliche Steinbacher war dies allerdings die einzige glasklare Gelegenheit, das 2:3 zu erzielen. Und in der kompletten zweiten Halbzeit stand die Seele des Steinbacher Spiels schon nicht mehr zur Verfügung, denn Michael Wiegand musste wegen einer Schulterblessur in der Kabine bleiben – ein Ausfall würde dem ohnehin mittlerweile fast ausweglosen Unternehmen "Klassenerhalt" eine weitere dicke Delle verleihen.

Was auch für Dreieich sprach: die Volksnähe! Ein paar Steinbacher Kiebitze hatten ihren Spaß mit Rudi Bommer, als der ehemalige Bundesligatrainer des MSV Duisburg sie zur Entscheidung beglückwünschte, sich bei strahlendem Sonnenschein für frischgezapfte Cola-Weizen entschieden zu haben. Nachdem die Partie gelaufen war, waren dann auch schon mal die "Dreieicher Innenverteidiger-Schränke" oder die ein oder andere Unzulänglichkeit Bommers Verteidiger launige Gesprächsthemen. Und mit Bundesliga-Rekordspieler "Charly" Körbel hatten bereits vor Anpfiff die Steinbacher Vorsitzenden Helmut Zentgraf und Willi Helmke ihre Freude, als sie sich bei einer Tasse Kaffee eingehend über die Probleme des Amateurfußballs unterhielten, wobei die Eintracht-Legende auch aus dem Nähkästchen plauderte./jg

Die Statistik:

SV Steinbach: Motzkus – F. Wiegand, T. Wiegand, Trabert, Ristevski – Dimitrijevic, Herr (88. Schaub), M. Wiegand (46. Ludwig), Manß – Kvaca, Münkel - Trainer: Jürgen Wiegand.
SC Hessen Dreieich: Kleinheider – Opper, Talijan, Gavric, Lekaj – Mladenovic, Henrich – Z. Amiri (46. Klein), A. Fließ (80. Reljic), Weiss (84. Kohl) – Lagator - Trainer: Rudi Bommer.

Schiedsrichter: Gahis Safi (Bruchköbel).
Zuschauer: 250.
Tore: 0:1 Zubayr Amiri (2., Handelfmeter), 0:2 Nikola Mladenovic (37.), 0:3 Denis Talijan (43.), 1:3 Petr Kvaca (64.).

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