22.05.2018

Außenseiter SV Pars fordert etablierte 03er heraus

Kreispokal Offenbach: Neu-Isenburger Derby im Finale

Marc Züge (rechts) gegen Griesheims Fabian Walther. Foto: Mithat Gürser

Kurzfristig auf diesen Mittwoch ist das Endspiel im Offenbacher Kreispokal angesetzt worden. Um 20.15 Uhr ertönt der Anpfiff zum Neu-Isenburger Derby zwischen dem Hessenligisten Spvgg. 03 und dem Emporkömmling SV Pars aus der Kreisoberliga. Gespielt wird im Sportpark Neu-Isenburg.

SV Pars Neu-Isenburg - Spvgg. 03 Neu-Isenburg (Mittwoch, 20.15 Uhr)

Nachdem das Halbfinale in der vergangenen Woche aufgrund der Nichtantritte der SG Nieder-Roden und des SC Hessen Dreieich nicht stattgefunden hat, wurde jetzt schnell ein Termin für die Austragung des Endspiels gefunden. Beide Parteien waren sich einig, das Finale im großen Sportparkstadion zu Neu-Isenburg auszutragen, wo die Spvgg. 03 auch ihre Heimspiele in der Hessenliga austrägt. Bevor die 03er am letzten Spieltag noch die weite Fahrt zu den Nordhessen vom OSC Vellmar antreten, will der Favorit sich im Stadtderby gegen den Emporkömmling SV Pars durchsetzen, der nach drei Aufstiegen in Folge sich anschickt, auch die Meisterschaft in der Kreisoberliga Offenbach zu erreichen und in die Gruppenliga Frankfurt Ost aufzusteigen.

"Wir haben am Mittwoch eine Aufgabe im Pokal und deswegen haben wir am Sonntag gegen Ginsheim etwas durchgemischt. Da können wir einen Titel holen. Das wäre für den Verein sensationell", blickt 03-Trainer Peter Hoffmann voraus, der zuletzt vor drei Jahren auch in einem Neu-Isenburger Derby gegen die TSG den Kreispokal gewinnen konnte. Den SV Pars möchte der Coach nicht an der jetzigen Ligazugehörigkeit einordnen: "Sie haben ja drei Aufstiege in Folge geschafft und in der Offensive eine hohe Qualität. Den einen oder anderen Spieler kennen wir, der bei uns gespielt hat. Es ist ein 50:50-Spiel und bei Eintracht Frankfurt gegen Bayern München im DFB-Pokalfinale hat man gesehen, dass in einem Finale alles passieren kann", weist Hoffmann trotz des auf dem Papier existierenden Klassenunterschiedes von drei Ligen jegliche Favoritenrolle von sich.

Beim SV Pars handelt es sich um eine multikulturelle Mannschaft, die 2014 in den Spielbetrieb einstieg und von der C-Liga bis in die Kreisoberliga durchmarschierte. Auch in dieser Klasse steht das Team von Trainer Sasan Tabib, dem Gründer und Geschäftsführer der Firma "Chip One", vor der vierten Meisterschaft in Folge. Ein Sieg am letzten Spieltag bei der SG Götzenhain fehlt der Mannschaft, in der viele Akteure Hessen- oder Verbandsligaerfahrung mitbringen, zum Gruppenliga-Aufstieg.

Sasan Tabib: "Das wird ein heißes Finale"

Mit Manuel Profumo und Mourad Tariq sind darunter auch zwei ehemalige 03er. Tabib selbst trainierte in der Saison 2011/12 Rot-Weiss Frankfurt und freut sich auf das Event am Mittwoch: "Eine sehr geile Geschichte für die Stadt Neu-Isenburg. Wunderschön für die Jungs, die sich das verdient haben. Wir haben kein Problem damit, das Finale beim Gegner auszutragen. Die Stadt und die Spieler bekommen so den gebührenden Rahmen. Es wird ein sehr heißes Finale. Die Vereine schätzen und respektieren sich. Im ersten Jahr waren wir hier Gast und wurden bei unseren Heimspielen toll behandelt. Wir sind ein junger Verein und müssen uns noch finden", beschreibt Tabib, der aus dem Iran stammt, die aktuelle Lage.

"Wir sind krasser Außenseiter, weil es drei Ligen Unterschied sind. Meine Jungs sind heiß und wenn das Spiel gut läuft, ist etwas drin. Ansonsten sind wir Außenseiter", erklärt der Coach, dessen Team auch am regulären Futsal-Betrieb teilnimmt und auch schon im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft stand. Die Absagenflut im Offenbacher Kreispokal will Tabib differenziert betrachten, aber durchaus seine Meinung sagen: "Alle über einen Kamm zu scheren, macht keinen Sinn. Die Absage Nieder-Rodens wurde uns freundschaftlich dargelegt. Der Gegner hatte eine Verletztenmisere und ihnen ist klar, dass sie in die Aufstiegsrunde müssen. Das war für mich nachvollziehbar. Hessen Dreieich hat sich dagegen mit der Begründung der Absage keine Freunde gemacht. Ich kann nicht die ganze Runde spielen und wenn ich Hessenliga-Meister bin, ein Pokal-Halbfinale absagen bei 20 Mann im Kader. So hat Dreieich der 03 den Weg freigemacht, um einen Hessenpokal-Platz zu kriegen. Allgemein ist diese Absagenflut nicht zu verstehen, denn viele Vereine haben zweite Mannschaften und bevor ich gar nicht antrete, gebe ich der Reserve eine Chance."

Für Tabib steht fest: "Wir sind als junger Verein einen Sieg vom Hessen-Pokal entfernt. Wir haben im Futsal schon den Hessen-Pokal und die Hessen-Meisterschaft gewonnen. Im vierten Jahr ist das eine sensationelle Saison."

Autor: Pedro Acebes

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