10.03.2018

Teklab mit zwei Sahnehäubchen

Hessenliga: Rot-Weiss siegt 4:2 gegen Lohfelden - Fotos

Henok Teklab hatte allen Grund zum Jubeln. Foto: Mithat Gürser

Die SG Rot-Weiss Frankfurt hat am Samstagnachmittag in einer ereignisreichen Begegnung dank einer engagierten Vorstellung den zweiten Heimsieg in der laufenden Saison eingefahren und darf sich weiter Chancen auf den Verbleib in der Hessenliga ausrechnen. In einem spektakulären Spiel gewann die Mannschaft von Trainer Hicham Tahrioui mit 4:2 (2:0) gegen den FSC Lohfelden, der die fünfte Niederlage in Folge hinnehmen musste.

SG Rot-Weiss Frankfurt - FSC Lohfelden 4:2 (2:0)

Rot-Weiss-Trainer Hicham Tahrioui wollte mit mehr personellen Optionen und der richtigen Mentalität zum Erfolg gegen die auswärtsschwachen Nordhessen kommen und das gelang seinen Schützlingen auch. "Ich habe gefordert, dass wir an die Leistung von Alzenau anknüpfen und ich wollte diese Stimmung und Begeisterung mitnehmen. Am Ende des Tages können wir mit der Gesamtleistung zufrieden sein", lautete das Fazit des beförderten Coaches, der wie die 135 Zuschauer auf dem Kunstrasenplatz am Brentanobad nervenaufreibende 94 Minuten miterlebte. Die "Roten" zeigten von Beginn an, wer Herr im Haus war und ergriffen direkt die Initiative. Schon nach wenigen Sekunden feuerte Ibrahim Cigdem den ersten Torschuss auf den Kasten von FSC-Tormann Tobias Orth ab. Mit zunehmender Spieldauer wurde der Druck der Hausherren immer größer, die Führung für Rot-Weiss nach neun Minuten war somit folgerichtig: Nach einem Einwurf ging Cigdem an der Mittellinie dazwischen, der zuletzt so gescholtene Mirkan Kara nahm die Kugel mit dem Knie mit und lief dann alleine auf Orth zu.

Kara behielt die Nerven und markierte die Führung der Frankfurter. Zwei Minuten später musste Zeki Ech Chad schon verletzt raus, der wie der neue Kapitän Damir Topcagic von Beginn an auflief. Für Ech Chad kam Ahmed Diack und kurz darauf konnte Rot-Weiss erneut jubeln. Neuzugang Emrah Tahirovic beförderte das Leder mit einem Gewaltschuss an den Innenpfosten und von da ins Tor - 2:0 (13.). Und die Gastgeber stürmten mit der richtigen Mentalität weiter nach vorne. Patrick Gürsers Distanzschuss wurde von Orth glänzend pariert, sonst wäre das schon das dritte Tor gewesen. Von Lohfelden war bis zu diesem Zeitpunkt nichts zu sehen gegen die wie entfesselt spielenden Frankfurter. Viel zu leicht ließ sich das Team von FSC-Trainer Otmar Velte ausspielen, der agile Kara traf nach 27 Minuten den Pfosten.

Tahrioui: "Das hat mich das eine oder andere graue Haar gekostet"

Bis zur Halbzeit änderte sich am Spielstand nichts mehr, erst nach dem Seitenwechsel wurde es noch turbulenter. "Wir hätten das Spiel schon viel eher entscheiden müssen. Das hat mich das eine oder andere graue Haar gekostet", konstatierte Tahrioui und meinte dabei auch den verschossenen Foulelfmeter von Ibrahim Cigdem (49.), der vom ominösen Punkt nur den Pfosten traf. Kurz darauf musste auch Cigdem verletzt raus und das Spiel drehte sich plötzlich in die andere Richtung. Denn neun Minuten später verursachte Moussa Zie Ouattara auf der Gegenseite einen Elfmeter. Serdar Bayrak trat an, aber Rot-Weiss-Tormann Daniel Duschner lenkte den Ball an den Pfosten, aber von links kam FSC-Kapitän Roy Keßebohm angerauscht und brachte den Nachschuss zum 2:1 unter (58.). Jetzt verloren die Hausherren jeglichen Faden und die Begegnung wurde immer unterhaltsamer. FSC-Torjäger Tolga Ulusoy egalisierte mit einem Seitfallzieher zum 2:2 (67.). "Einstellung und Mentalität haben gestimmt. Die Jungs haben sich selber motiviert und haben diesen Hänger überwunden. Alle haben sich auf die Geschlossenheit besinnt, die wir vor dem Spiel angekündigt haben und so kamen wir noch zum verdienten Sieg", war Tahrioui überglücklich.

Denn den Unterschied machte in der Schlussphase der völlig unbekümmerte Henok Teklab, der beim 3:2 vier Lohfeldener im Strafraum aussteigen ließ und dann die erneute RW-Führung erzielte (75.). Die Gäste warfen nun alles nach vorne und waren damit anfällig für Konter. Doch Velemir, Rufino und Kara spielten diese schludrig aus. In der vierten Minute der Nachspielzeit erlöste Teklab die Frankfurter mit dem zweiten Sahnehäubchen. Mit Hilfe des Innenpfostens markierte er den Schlusspunkt zum 4:2-Endstand (90.+4). "Mich freut es für die Mannschaft, wenn Spieler zum richtigen Zeitpunkt Verantwortung übernehmen. Dann sind auch Dribblings erlaubt, wenn solche Sahnehäubchen-Tore herauskommen", freute sich der Coach für das "Küken".

Die Statistik:

SG Rot-Weiss Frankfurt: Duschner - Scholten, Topcagic, Ech Chad (11. Diack), Kara, Tahirovic, Teklab, Cigdem (54. Velemir), Gürser, Ouattara (61. Rufino), Nasios - Trainer: Hicham Tahrioui.
FSC Lohfelden: Orth - Keßebohm, Fiolka, Ulusoy, Cakmak (78. Salkovic), Kühne, Zukorlic, Beyer, Häuser (46. Haidari), Weingarten (46. Boukhotta), Bayrak - Trainer: Otmar Velte.

Schiedsrichter: Patrick Glaser (Wiesbaden).
Zuschauer: 135.
Tore: 1:0 Mirkan Kara (9.), 2:0 Emrah Tahirovic (13.), 2:1 Roy Keßebohm (58.), 2:2 Tolga Ulusoy (67.), 3:2 und 4:2 Henok Teklab (75., 90.+4).
Besondere Vorkommnisse: Ibrahim Cigdem (Rot-Weiss) setzt Foulelfmeter an den Pfosten (49.), Lohfeldens Serdar Bayrak setzt Foulelfmeter an den Pfosten (58.).

Autor: Pedro Acebes

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